Flashback Friday 3: Das größte Glück der Erde…

Flashback Friday 3: Das größte Glück der Erde…

…. liegt NICHT auf dem Rücken eines Kamels. Soviel kann ich vorausschicken. Diese Geschichte spielt wiedermal in der jordanischen Wüste, in Wadi Rum, und ihre Protagonisten sind das Dromedar, der Dromedarguide und ich. Wenn man schon einmal in der Wüste ist, möchte man auch Sachen machen, die in der Wüste so gemacht werden: Beduinen besuchen, Dünen erklimmen, eine Jeeptour machen, in der Einsamkeit im Zelt übernachten und, natürlich, Dromedarreiten. Der Klassiker. Was ich mache, mache ich bekanntermaßen ordentlich, deshalb hat mir eine zweistündige Tour hoch zu Kamel natürlich nicht gereicht. Ich wollte eine Tagestour. Habe ich bekommen – war sehr lehrreich. Ich habe (mit ziemlicher Sicherheit) gelernt zu verstehen, wie es sich anfühlt, wenn ein Mann einen harten Schlag in seine Weichteile bekommt und der Schmerz sich ausbreitet in zahlreiche andere Körperteile und somit das Laufen stark einschränkt oder gar unmöglich macht. Verständnis an dieser Stelle für euch, liebe Männer. Ich habe auch gelernt, dass es ungesund ist, keinen Sport zu machen. Gehört hatte ich davon bereits, in diesem Zusammenhang durfte ich es am eigenen Leib erfahren. Hätte ich nämlich mehr Muskelmasse in meinen Beinen gehabt, wäre es nicht so ins Gewicht gefallen, dass es beim Kamelreiten keine Steigbügel gibt. Mehr Schmerzen. Ich habe außerdem gelernt, manche Dinge nicht so eng zu sehen. Übersetzung: starke Aggressionen zu unterdrücken und stattdessen zu lachen. Laut zu lachen. Mit leicht wahnsinnigem/verzweifeltem Unterton. Einfach deshalb, weil die Alternative Heulen gewesen wäre, und das wäre peinlich. Ich habe auch noch gelernt, dass mir Bootfahren nichts ausmacht, Kamelreiten hingegen auf Dauer zu Übelkeit führen kann. Liegt unter anderem daran, dass die äußerst genügsamen Tiere niemals zu Boden schauen; was soll im Sand schon passieren, werden die sich denken. So einiges, kann ich euch sagen. Denn wenn da doch einmal ein Stein liegt oder ein vertrockneter Busch wächst, oder ein anderes Kamel im Weg steht, stolpert man einfach darüber/stößt dagegen und der Reiter wird ordentlich durchgerüttelt. Angst.

Kleines Detail am Rande: Der Kamelguide sprach kein Englisch, ritt uns also nur still voran. Das eine Wort, das er wohl gelernt hatte, setzte er allerdings sehr häufig ein; nämlich immer dann, wenn er sich zu uns umdrehte und verschmitzt lächelnd feststellte: „Nice, eh?!“ – Geht so. Wieder so ein krampfhaft-das-wahnsinnige-Lachen-unterdrücken-Moment.


Auf der positiven Seite: die unglaubliche Landschaft und die extreme Ruhe, sich auf die Landschaft zu konzentrieren, da Kamele sehr langsam gehen. Würde eine solche Tour auf jeden Fall weiterempfehlen, allerdings wie gesagt in verkürzter Version und vielleicht mit einem englischsprachigen Guide, der auch etwas erzählen kann.

Nachtrag: In diesem Artikel werden die Begriffe Kamel und Dromedar synonym verwendet, obwohl ich mir des Unterschieds natürlich vollkommen bewusst bin. Wie war das noch mit den Höckern? Ich bitte mein Unwissen zu entschuldigen.

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2 Gedanken zu “Flashback Friday 3: Das größte Glück der Erde…

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